B.08 — Wissen
Bautrocknung im Hegau: Dämmschicht, Altbaukeller und Wiederherstellung
Was passiert, wenn Wasser unter den schwimmenden Estrich läuft?
Bei Wohnhäusern aus den 1950er- bis 1970er-Jahren, wie sie in Singen und Gottmadingen häufig stehen, liegt der Estrich schwimmend auf einer Dämmschicht. Läuft Leitungswasser ein, verteilt es sich in dieser Ebene und bleibt dort stehen, während die Oberfläche nach wenigen Tagen trocken wirkt. Unbehandelt durchfeuchten die Wände von unten, und in der Dämmung kann sich Schimmel bilden. Deshalb wird über Kernbohrungen in den Randfugen die Dämmschicht selbst getrocknet, im Über- oder Unterdruckverfahren, bei Unterdruck mit Filterstufe, die Fasern und Sporen weitgehend zurückhält. Ob Fliesen und Bodenbelag liegen bleiben können, entscheidet die Messung vor Ort, nicht der erste Eindruck.
Ist eine feuchte Kellerwand im Altbau immer ein Wasserschaden?
Nein. In den älteren Ortskernen von Engen, Aach oder Mühlhausen-Ehingen stehen Gebäude mit Bruchstein- und Mischmauerwerk ohne durchgehende Horizontalsperre; dort steigt Feuchte kapillar auf. Dazu kommt Sommerkondensation: Warme, feuchte Außenluft schlägt sich an kühlen Kellerwänden nieder, wer dann mittags lüftet, bringt zusätzliches Wasser ein. Wir unterscheiden die Ursachen über Feuchteprofile in mehreren Bohrtiefen, Oberflächentemperaturen und den zeitlichen Verlauf. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Policen in der Regel nur Leitungswasser abdecken und aufsteigende Feuchte baulich gelöst werden muss. In kühlen Kellern arbeiten wir mit Adsorptionstrocknern, weil Kondenstrockner bei niedrigen Temperaturen kaum Leistung bringen.
Wie läuft die Leckageortung ab und was steht im Befundbericht?
Die Ortung beginnt zerstörungsarm: Wasserzähler und Systemdruck prüfen, Feuchtefelder kartieren, mit Thermografie warme Leitungswege und kalte Verdunstungszonen sichtbar machen, bei Bedarf elektroakustisch orten. Geöffnet wird erst, wenn die Stelle eingegrenzt ist. Der Befundbericht mit Messwerten und Fotos (kein Gutachten) ist im Festpreis der Ortung enthalten: Schadenbild, Messwerte mit Datum, Fotos, Schadenursache und die empfohlenen Trocknungs- und Reparaturschritte; ein Ortungserfolg kann nicht garantiert werden. Den Bericht können Sie bei Ihrem Versicherer einreichen; die Regulierung führen Sie mit Ihrem Versicherer. Danach trocknen wir und stellen wieder her: Sanitär-, Maler-, Putz- und Trockenbauarbeiten sowie Bodenbeläge, Parkett, Fliesen und Estrich führen wir selbst aus. Elektroarbeiten übernehmen eingetragene Fachpartner, die wir koordinieren.
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